111er-Club mit neuem Präsidenten

Die diesjährige Generalversammlung des 111er-Clubs fand am 5./6. Juni in Schaffhausen statt. Neben dem Haupttraktandum, der Vergabe von Unterstützungsbeiträgen für beantragte fischereibezogene Projekte, galt das besondere Interesse der zahlreich erschienenen Mitglieder den Neuwahlen, da Hansjörg Dietiker zum letzten Mal als Präsident wie gewohnt zügig durch die Traktanden führte.

Für die beantragten Projekte konnte die Versammlung den stolzen Betrag von total 118’500 Franken genehmigen, rund 70’000 Franken für Projekte des Schweizerischen Fischereiverbandes. Unterstützt werden zum Beispiel folgende Projekte:

  • Die Pachtvereinigung Emmental wird die Muttertierfisch-Aufzuchtsanlage Horben übernehmen, da das Fischereiinspektorat aus Spargründen diese Anlage schließen will. Mit der Übernahme dieser Anlage kann gewährleistet werden, dass weiterhin rund 250‘000 Emmestämmige Forellenbrütlinge pro Jahr aufgezogen werden können.
  • Die Fachhochschule der italienischen Schweiz (SUPSI) und das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (FIWI) haben ein Projekt für den Kampf gegen die Pilzkrankheit Saprolegnia entwickelt. Es geht primär darum, die Epidemiologie der aktuellen Pilzbefälle zu verstehen und die Erreger bei zukünftigen Verpilzungsfällen rasch und zuverlässig zu identifizieren.
  • Mit dem Projekt des SFV «Fischer machen Schule» soll mit Unterrichtsmodulen zur Umweltbildung Schülern und Jugendlichen die Gefährdung des Lebensraums Wasser aufgezeigt werden. So bietet sich eine einmalige Gelegenheit, das jugendliche Zielpublikum außerhalb der Fischereikreise anzusprechen.

Hansjörg Dietiker trat nach fünfjähriger Amtszeit als Präsident zurück. Er war Mitinitiant und Gründungsmitglied der Sponsorenvereinigung. Vor 15 Jahren wurde die Idee umgesetzt, die Fischerei in der Schweiz und die Erhaltung und Verbesserung der Gewässerräume von privater Seite her finanziell zu unterstützen. Roland Seiler dankte dem abtretenden Präsidenten des 111er-Clubs, der dem SFV als freundschaftlicher Berater zur Seite stand, wenn er gebraucht wurde.

«Dank seines breiten Fachwissens und seiner guten Vernetzung in der Fischerei wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Fischereiverband viele Projekte unterstützt, die sonst nicht hätten realisiert werden können», so der SFV-Präsident. Hansjörg Dietiker konnte denn auch in seinem Jahresbericht auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken: «Wer hätte gedacht, dass einige Dutzend Fischer in der Lage sind, mehrere hunderttausend Franken in Projekte für Fische und Gewässer zu investieren? Und bald werden wir die Million knacken!» Das Eindrücklichste und Schönste sind für Hansjörg die Freundschaften, die im 111er-Club gewachsen sind.

Als Nachfolger von Hansjörg Dietiker konnte das bisherige Vorstandsmitglied Philippe Berberat gewonnen werden. Er ist Berner Seeländer und wohnt mit seiner Familie in Safnern bei Biel. Er ist selbst leidenschaftlicher Fliegenfischer und –binder, geht mit seinem Boot auch gerne zum Fischen auf den Bielersee, wenn es seine berufliche Tätigkeit als selbständiger Unternehmer zulässt.

Philippe, was hat dich dazu bewogen, das Präsidentenamt des 111er-Clubs zu übernehmen?

(Lacht) Es war keine einfache Entscheidung. Während meiner bisherigen vierjährigen Vorstandstätigkeit kristallisierte sich heraus, dass ich die Nachfolge von Hansjörg trotz der grossen Fussabdrücke, die er hinterlässt, übernehmen würde. Ich vertrete natürlich die Zielsetzungen des 111er-Clubs, werde unterstützt durch ein junges, schlagkräftiges Vorstandsteam und wir verfügen seit letztem Jahr dank der Stiftung «Gesundheit & Natur» über mehr finanzielle Mittel.

Gibt es jetzt Weichenstellungen oder Neuausrichtungen?

So kurz nach der Wahl ist es dazu noch zu früh. Der neue Vorstand wird sich zu einer Klausurtagung treffen und besprechen, wie sich der 111er mit den neuen finanziellen Möglichkeiten weiterentwickeln lässt.

Neu zum Vorstandsteam stiessen neben Philippe Berberat auch Erika Zobrist und Roger Wüst. Sie ersetzen die verdienten, langjährigen Bisherigen Michi Fiechter und Ernst Frey.

Organisiert wurde der Anlass dieses Jahr von den Schaffhauser Mitgliedern des 111er-Clubs. Sie verwöhnten die Anwesenden mit gelungenen kulinarischen Einlagen und einer unvergesslichen Weidlingsfahrt auf dem Rhein: Bei prächtigem Sommerwetter konnten sich die 111er von Stein am Rhein bis zum Fischerhock des Schaffhauser Fischereivereins bei Büsingen treiben lassen. Dabei erläuterte ihnen ein Fachmann die in den letzten Jahren realisierten Uferrenaturierungen. Bei einem gemütlichen Grillplausch fand die gelungene Veranstaltung ihren Ausklang.

ebo