Fischen mit Freunden in Slowenien – ein Reisebericht

09.05.2012
Eine 111er-In, drei 111er und zwei potentielle 111er treffen sich, mit dem Ziel Fliegenfischen in Slowenien im Hinterkopf, zum gemeinsamen Nachtessen beim Chinesen in Feldkirch. Anschließend Autos auf den Zug verladen, dann einige Biere und Gin Tonic als Schlafmittel für die nächtliche Zugfahrt von Feldkirch nach Villach. Wir träumen sanft von den bevorstehenden Tagen in Slowenien.

10.05.2012
Frühmorgens Ankunft in Villach. Ab ins Hotel Hvala in Koberid. Morgenessen, Karte beziehen und ab an den smaragdenen Fluss, die Soca. Smaragd? Sieht eher aus wie das Abwasser einer mittelprächtigen Flachlandkäserei. Fische – Fehlanzeige. Hurtig etwas Kleines zum Mittagessen. Das Kleine wird zünftig, sehr zünftig. Da mussten wir ja zwangsläufig einige Zerreisserli nachgießen. Bachwechsel an die klare Idrica. Schon besser, viel besser. Die ersten Ruten biegen sich zum Halbkreis. So soll’s sein!

11.05.2012
Auf dem Programm heute der weltbekannte Unec. Der Fluss, der auf einmal da ist und der nach nur wenigen Kilometern ungefragt einfach wieder verschwindet. Voller steigwilliger Aeschen. Das Ganze gefischt mit einem Bambussteckerl edelster Güte. Die ganze Bande wird mit solchen Edelgerten ausgerüstet von unserem Rutenbauer Philipp. Alles ist wie ein Traum. Der Fluss, das Wetter, die gefräßigen Aeschen und, natürlich, die ebenfalls gefräßigen Teilnehmer. Die beiden Organisatoren fischen offensichtlich nach dem Motto; lieber viele Fische und gutes Essen als keine Fische und Magenkrämpfe. Die Philosophie passt mir. Prost.

12.05.2012
Heute auf dem Speisezettel; Sava Bohinijka. Anfahrt über einen Bergpass im Stile des gehetzten Affen. Die Musikgruppe EaV hat mal ein Lied geschrieben „Vollgas, bremsen“. Viel Vollgas, wenig Bremsen. Die Fische warten ja! Wäre ich ein Kunstmaler und müsste den perfekten Fluss zum Fliegenfischen malen, die Sava Bohinijka käme dabei heraus. Fische satt, Mittagessen noch satter… Mein Wampen nimmt bedrohliche Formen an. Rückfahrt mit dem Autozüglein mitten in der Nacht. Noch nachtiger ein excellentes Nachtessen. Meeresfrüchte bis zum Abwinken, in bester Qualität. Ab ins Bett und etwas schneller schlafen. Morgen das Finale mit einer Kombination von Soca und ?.

13.05.2012
Die Soca ist noch immer milchig. Der Schreiberling erwischt trotzdem seine erste Soca-Forelle. Allerdings eine Regenbogen, bleich wie ein Däne Ende März. Nur Toni erwischt eine Richtige, eine Marmorata. Auch bleich, wie ein Däne, allerdings Anfangs April. Der Seitenfluss Ucja ist aber glasklar. Aeschen werden ausgemacht und mit zarten CDC-Mustern übertölpelt. Tolle Fischerei! Dann geht’s mal wieder ab in die Beiz und da ans Eingemachte. Wir sehen einen Bären. Fein säuberlich zerlegt und als Ragout verarbeitet. Etwas rustikal, musste aber probiert werden. Wusstest Du, dass in Slowenien pro Jahr 500 Bären geschossen werden? Ich auch nicht. 500!!

Anschliessend das Ganze wieder retour. Richtung Schweiz. Hotel-Gepäck-Einladen-nach Villach-Bier-Gin Tonic-Gin Tonic-Gin Tonic-Autozug-gute Nacht-guten Morgen Feldkirch-ab nach Hause.

Aus und vorbei, der Alltag hat uns wieder. Aber, es war wirklich toll. Ein herzliches Dankeschön für die tollen Tage an Regula, an die Phililpp’s (es hatte drei!), an Reto und an Toni. Merci dass wir von Toni’s und Philipp’s Erfahrungsschatz profitieren durften.

Wir sehen uns hoffentlich bald wieder. Am Wasser. Irgendwo.

HRF