Liebe 111erinnen Liebe 111er

Während die Welt von der Fukushima Katastrophe und einer andauernden Finanzkrise in Atem gehalten wird, konnten wir unser Vereinsschiffchen bei vergleichsweise stabilem Hochdruckwetter auf Kurs halten.

Es ist tatsächlich erfreulich und beeindruckend, wie aktiv sich unsere Mitglieder – verstreut in der ganzen Schweiz – an unserem Clubleben beteiligen. Praktisch mit jeder Veranstaltung brechen wir neue Teilnehmerrekorde. Das motiviert natürlich auch den Vorstand zu weiteren Taten.

Rufen wir uns nochmals kurz die Highlights des vergangenen Vereinsjahres in Erinnerung:

Nach der denkwürdigen GV vom 29. April in Bern mit dem urigen Ausflug ins frühlingshafte Emmental nahmen am letzten September-Wochenende 46 Damen und Herren am Herbstausflug teil. Der Apero auf der idyllischen Fischeralm, der Markt in der Bozener Altstadt, die Einladung in das Weingut-Patrizierhaus in Eppan und die sonnenbeschienene Fahrt im Komfortbus bleiben mir in bester Erinnerung. Aber immerhin gab es für einmal auch Kritikpunkte:
Der Tirolerabend in der altehrwürdigen Finstermünz am Inn entprach nicht dem gewohnten 111er-Niveau.

Dafür entschädigte zum Abschluss ein Sonnentag an der Chravatscha mit Besichtigung des neuen Flazbachs und einem grossartigen Fisch-Menu im Hotel Saluver in Celerina. Nochmals ein herzliches Dankeschön an Küchenchef Christian Jurczyk und natürlich vor allem dem Organisator Hans Hirschi, der uns zu einer sensationellen Kutschenfahrt einlud. Eine ganz tolle Geste, die nur getrübt war, weil Hans infolge einer Nierenkolik nicht dabei sein konnte.

Wieder über 40
111erinnen und 111er scheuten am 19. November den Weg nicht nach Schaffhausen. Zum dritten Mal begeisterte André Jaeger mit seinem „Fischtisch“, der diesmal im Zeichen des Atlantiklachses stand. Esther & Toni Zulauf spendierten dazu frische Emmentaler Trüffel, sodass man wirklich von einem exklusiven kulinarischen Höhepunkt schwärmen darf. Die Schaffhauser Fischerzunft ist und bleibt ein Erlebnis.

Geradezu überwältigend war die Teilnehmerzahl (über 90!) an unserem traditionellen Neujahrsapero. Glücklicherweise hatten wir im Rössli in Hurden, direkt am Obersee, einen grosszügigen hellen Saal zur Verfügung. Die angekündigte Berufsfischerdemonstration fiel zwar aus, aber wir durften den ersten öffentlichen Auftritt von Andreas Knutti als neuen Bafu-Fischerei-Chef erleben. Er stellte mit der Hauptautorin Marion Mertens das neue Lachsbuch vor, das wir jedem Mitglied als Geschenk übergeben konnten. Alles in allem wieder ein geselliger und fröhlicher Anlass, nicht zuletzt dank der unkonventionellen Fischerpredigt unseres Vizepräsidenten Michi Fiechter in der über fünfhundertjährigen Kappelle zu Ehren der heiligsten Dreieinigkeit.

Zwischen den Veranstaltungen leistet der Vorstand aber auch weitere Arbeit. Naturgemäss beschäftigen uns die Unterstützungsgesuche am intensivsten. Mehr dazu in unserem heutigen Haupttraktandum.

Während Martin Gloor im letzten Herbst aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand zurückgetreten ist, haben sich die beiden letztes Jahr neu gewählten Vorstandsmitglieder Toni und Philippe in einem intensiven Jahr gut eingearbeitet. Im Hinblick auf den Ablauf der Amtszeit von Michi Fiechter und mir schlagen wir unter Traktandum Wahlen eine weitere Verstärkung des Vorstandsteams vor.

Leider gelang es uns nicht, mit unseren Auftritten an der Fischerlandsgemeinde in Sempach und an der Fischen-Jagen-Schiessen in Bern die angestrebte 100er Marke zu knacken. Wir sind mit 95 Mitgliedern zwar nahe dran, aber es wird nochmals einen Effort brauchen, denn erfahrungsgemäss müssen wir auch jedes Jahr einige Austritte kompensieren. Ich appeliere deshalb an jedes einzelne Mitglied, solidarisch diesen Sommer einen Fischerfreund für unseren Club zu gewinnen. Wir wissen, dass es nur über persönliche Beziehungen geht. Bitte nehmt zwei, drei Flyers mit Anmeldekarten mit und dokumentiert euch auch mit unserem eindrücklichen Leistungsausweis: Zusammen haben wir rund eine halbe Million Franken in Fischereiprojekte in der Schweiz investiert. Eine eindrückliche Leistung, die vor zehn Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte.

Eine ständig aktualisierte Visitenkarte ist auch unsere Homepage www.111er-club.ch, die von Toni Zulauf vorbildlich gestaltet wird. Überzeugt euch selbst, indem ihr immer mal wieder reinschaut.

Die Zusammenarbeit mit dem Schweiz. Fischereiverband funktioniert bestens. Natürlich „plündert“ er unsere Kasse ganz schön, seit Roland Seiler am Ruder ist. Aber wir dürfen uns glücklich schätzen, einen solch aktiven SFV-Präsidenten unterstützen zu können. Vor allem wenn man auch Erfolge sieht: der Auftritt an der diesjährigen Fi-Ja-Sch mit dem Riesenaquarium und dem neugeschaffenen Ausstellungsanhänger war sehr publikums- und medienwirksam. Und die Eingabe aus der von uns finanzierten Tierschutz-Umfrage dürfte in Kürze zu einer Revision der unbefriedigenden Vorschriften bezüglich Widerhaken, Kiemenschnitt und catch-and-release führen.

Die Seeforelle war der Fisch des Jahres 2011. Auch wenn das in der grossen Öffentlichkeit wenig Beachtung fand, widmete «Petri-Heil» diesem Fisch eine ganze Artikel-Serie und nachhaltig buchte der SFV einen Erfolg, indem das Bafu einen Aktionsplan Wanderfische startet.

Wir schätzen es auch, dass der Dachverband dem 111er Club Werbeauftritte ermöglicht und an seinen gesamtschweizerischen Veranstaltungen die Leistungen unseres Clubs immer wieder lobend erwähnt.

Die Sorgen für unsere Fische werden ja nicht weniger. Es ist deshalb von grosser Bedeutung, dass wir über einen schlagkräftigen Dachverband verfügen. Roland Seiler konnte nun den grossen Walliser Kantonalverband zurück ins SFV-Boot holen.

Mit dem politisch vollmundig angekündigten Ausstieg aus der Atomenergie hat sich bekanntlich der Druck auf unsere letzten naturbelassenen Gewässer erhöht. Wir müssen dem SFV die Mittel in die Hand geben, sich mit aller Kraft gegen die Schändung unserer Gewässer zu wehren.

Glücklicherweise haben wir im 111er Club ein beachtliches Polster an Rückstellungen gemacht, die uns ermöglichen, auch grössere Aktionen gegen Gewässerschutz-Sünder anzuzetteln oder zu unterstützen.
Ich freue mich aber auch über das gesunde Leben unseres 111er Clubs. Freundschaften entstanden und entstehen. Nicht nur die Club-Veranstaltungen schweissen zusammen, sondern auch gemeinsame Fischererlebnisse.

Und welcher Verein ist in der Lage, innert einer halben Stunde am Neujahrsapero ein Dutzend motivierte Standbetreuer für die viertägige Fi-Ja-Sch in Bern zu mobilisieren? HERZLICHEN DANK AN ALLE!

Ich danke insbesondere meinen Vorstandskollegen für ihre wertvolle Mitarbeit. Ich muss es wiederholen: Dank dem freundschaftlichen und konstruktiven Engagement macht es Freude in diesem Gremium mitzuarbeiten.

Hansjörg Dietiker
27.4.2012