Beispielhafte Bewirtschaftung – «Wir wollen, dass die Fischer Fische fangen!»

Der Sponsorenclub des SFV befasste sich an seiner Jahrestagung am Vierwaldstättersee mit dem Kanton Uri.

Uri ist der einzige Kanton der Schweiz, der keinen Forellenrückgang verzeichnet, sondern sogar leicht steigende Erträge aufweist! Woran liegt das? Die Mitglieder des 111er-Club wollten dies aus erster Hand wissen und reisten am 18./19. April für ihre GV an den Vierwaldstättersee. In einem hochinteressanten Referat stellte Fischerei-Inspektor Hansruedi Zieri die praxisorientierte Bewirtschaftung seines Kantons vor. Stützpfeiler des Konzepts ist der angepasste, flexible Besatz auf der Basis Brut in Vibert-Boxen (250’000 befruchtete Eier werden in aufwendiger Arbeit an geeigneten Stellen im Kies eingebettet), Sömmerlings- und Jährlingsbesatz und wo/wann nötig Mehrjährige nach Schadensereignissen.

Diese bewährte Philosophie unter ausschliesslicher Verwendung einheimischen Aufzucht- und Besatzmaterials wurde von einigen Biologen und Theoretikern angezweifelt. Ein wissenschaftliches Gutachten bestätigte jedoch den eingeschlagenen Weg. Der Referent betont auch die Wichtigkeit der Erfolgskontrolle aller Massnahmen und stellt seine erfolgreiche Tätigkeit im Dienste der Fischerei unter das Motto: «Wir wollen, dass die Fischer Fische fangen.»

Unterstüzungsbeiträge
Die geschäftlichen Traktanden des 111er-Clubs konnten dank guter Vorbereitung und Dokumentation zügig abgearbeitet werden. Präsident René Keller wies auf die Notwendigkeit der Sponsorenvereinigung hin, ohne die manches gute Projekt nicht zustande gekommen wäre. Er dankte den Mitgliedern für Ihre grosszügige Unterstützung und rief eindringlich zu weiterem Engagement für die unter Druck stehende Fischerei in der Schweiz auf.

Die vom Vorstand geprüften Unterstützungsgesuche wurden einstimmig angenommen: Der SFV erhält zweimal 5000 Franken für den Kampf gegen das Kraftwerk Eglisau und die Erarbeitung eines Ausbildungslehrgangs Praxis in Ergänzung zum Schweizer Sportfischer Brevet. Der Bernisch kantonale Fischereiverband erhält 5000 Franken für das Projekt «Nutzen-Hegen-Schützen» im Tropenhaus Frutigen.

Für den Ausbau der Brutanstalt Brienz/Meiringen wurden 2000 Franken gesprochen und für die Junioren-Weltmeisterschaften im Castingsport vom 2.-5. Juli auf dem Kerenzerberg in Filzbach 1500 Franken. Das Gesuch für die Jungfischer-Olympiade in Walenstadt wurde zurückgestellt.

Der bewährte Vorstand (Albert Demuth, Hansjörg Dietiker, Michael Fiechter, René Keller) wurde für zwei weitere Jahre einstimmig wiedergewählt. Weitere Mitglieder, die sich mit Herz und Verstand für die Fischerei engagieren möchten, sind herzlich willkommen!

Besichtigung Reuss-Delta
Anderntags stand ein Ausflug ins beeindruckende Reuss-Delta bei Flüelen auf dem Programm. Ruedi Hauser stellte das gelungene Projekt von europäischer Bedeutung vor. Die umfangreichen Renaturierungsarbeiten erbrachten eine vielfältige Gewässerlandschaft mit wertvollen Naherholungsgebieten. Fauna und Flora entwickeln sich positiv, das Fischartenspektrum wurde durch die Schaffung einer Flachwasserzone erweitert.

Die Schifffahrt auf dem Vierwaldsättersee bot Gelegenheit zu intensivem Meinungsaustausch und zur Verarbeitung der vielen positiven Aspekte, die die Fischerei im Urnerland offenbarte.

cjd