Moderne Fischereiwirtschaft

Die Bewirtschaftung unserer Gewässer beschäftigt uns Fischer ebenso wie unsere Fischereibiologen. Josef Muggli, Fischerei- und Jagdverwalter des Kantons Luzern, referierte über dieses wichtige Thema beim 111er Club.

Traditionellerweise startet der Sponsorenclub der Schweizer Fischerei mit der Neujahrsaperoveranstaltung ins neue Jahr. Diesmal auf Schloss Rapperswil mit dem hochkarätigen Vortrag eines ausgewiesenen Praktikers. Anschaulich erläuterte Josef Muggli die auf einen nachhaltigen Ertrag ausgerichtete Fischereiwirtschaft. Die Nutzung natürlicher Ressourcen verlange aber heute eine fischereiliche Raumplanung, die auf einzelne Gewässer und Fischarten ausgerichtet ist. Also müssten Bachrenaturierungen auf die spezifisch Ansprüche der Bachforelle eingehen. Das Ertragspotenzial eines Gewässers sei mehr oder weniger gegeben, die Besatzwirtschaft könne punktuell ergänzen und optimieren. Bei steigendem Befischungsdruck könne Attraktivitätsbesatz, wie zum Beispiel im Wägitalersee, naturnahe Gewässer entlasten.

Der Referent wich auch heiklen Themen nicht aus und seine Folgerungen kontrastierten angenehm zu den Wischiwaschi-Tönen aus Amtsstuben und Gremien unserer Gelehrten. Selbstverständlich konnte er auch keine pfannenfertigen Lösungen, zum Beispiel beim Kormoranproblem präsentieren. Er forderte jedoch eine totale gegenseitige Transparenz zur Vertrauensbildung zwischen Vogel- und Fischereischutz. Vernünftige Vogelschützer wissen, dass der Kormoranbestand heutzutage nicht mehr vom Aussterben bedroht ist – jetzt müssten Vogel und Fisch gleichwertig behandelt werden.

In den angeregten Diskussionen, die beim kulinarischen Teil folgten, war zu erfahren, dass Josef Muggli mit der Organisation einer ständigen eidg. Fischerei- und Jagdverwalterkonferenz mit professioneller Geschäftsstelle beauftragt wurde. Diese Institution wird sicherlich ein wertvoller Ansprechpartner für unsere Fischereiorganisationen.

cjd